Die Notwendigkeit, die einem Spieler zur Verfügung stehende Bedenkzeit bei Schachwettkämpfen zu begrenzen, wurde bereits im 19. Jahrhundert offensichtlich. Zeitpläne bei Turnieren ließen sich nicht einhalten, bei Wettkämpfen waren durchschnittliche Partiedauern von nahezu zehn Stunden an der Tagesordnung und bisweilen kam es zu Partien, die sich wegen ihrer Netto-Gesamtspielzeit von mehr als 20 Stunden über mehrere Tage erstreckten.
Vorläufer der Schachuhr
Die erste Konstruktion, mit der die Bedenkzeit beider Spieler getrennt erfasst wurde, bestand aus zwei Sanduhren. Die Sanduhr des nicht am Zuge befindlichen Spielers wurde dabei in eine waagerechte Position gebracht. Versucht wurde auch, den Schiedsrichter mittels zweier Stoppuhren den Zeitverbrauch beider Spieler messen zu lassen. Beide Ideen kamen in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Wettkämpfen des damals führenden Schachmeisters Adolf Anderssen zur Anwendung.
Mechanische Schachuhren
Mechanische Schachuhren wurden 1883 erstmals bei einem Turnier in London eingesetzt. Bei dieser Konstruktion des englischen Uhrmachers Wilson wurden zwei getrennte Uhrwerke über einen beweglichen Stab verbunden. Ein Drücken dieses Stabes bewirkte, dass ein Uhrwerk angehalten und das andere gestartet wurde. Nach diesem Prinzip konstruierte Uhren wurden mehr als 100 Jahre lang eingesetzt und finden teilweise noch heute Anwendung.
Digitale Schachuhren
In den 1980er Jahren bauten unabhängig voneinander mehrere Personen erste digitale Schachuhren. Der prominenteste dieser Konstrukteure war ohne Zweifel der ehemalige Schachweltmeister James Robert („Bobby“) Fischer. Seine Motivation bestand darin, eine bis heute als „Fischer-Modus“ bezeichnete Vorgabe für die maximale Bedenkzeit technisch umsetzen zu können. Kerngedanke des Fischer-Modus ist, einem Spieler nach jedem ausgeführten Zug ein wenig zusätzliche Bedenkzeit zu gewähren, typischerweise etwa 30 Sekunden. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass eindeutig gewonnene Partien durch Zeitüberschreitung verloren gehen, was bei einer festen Gesamtbedenkzeit häufig geschieht.